Einem Igel hilft man am allermeisten, indem man ihn gar nicht erst aus der Natur entnimmt!

Igel gesichtet – was nun?

 

Igel gab es schon VOR der menschlichen Besiedelung. Sie sind also von Natur aus hervorragend auf den nahenden Winter angepasst. Im Grunde brauchen sie keine Hilfe von uns.

 

Einem Igel hilft man am allermeisten, indem man ihn gar nicht erst aus der Natur entnimmt!

 

In Deutschland ist es sowieso verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – dazu zählt auch der Igel – aus der Natur zu entnehmen!

 

Die einschlägigen Gesetzesvorschriften erlauben es jedoch, hilfsbedürftige Igel sachgemäß aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen.

 

 

Ab wann ist ein Igel hilfsbedürftig?

 

Ist der Igel verletzt, offensichtlich krank oder nach Wintereinbruch, d. h. bei Dauerfrost und/oder Schnee unterwegs, könnte er Hilfe brauchen.

 

NICHT unbedingt hilfsbedürftig sind

-       Igel, die im Herbst tagsüber unterwegs sind – sie suchen einfach nach Futter

-       kleine Igel – noch im September können Jungtiere auf die Welt kommen, die wie die großen Igel jeden warmen Tag nutzen, um sich Fettreserven anzufressen!

 

Es lohnt sich, die Igel erst eine Weile zu beobachten, bevor man weitere Schritte unternimmt: Wie fit wirkt er? Ist ein weiterer großer Igel in der Nähe? Verhält sich das Tier apathisch oder sieht er nicht so rund wie ein normaler Igel aus?

 

Igel, die vor Wintereinbruch (Dauerfrost und/oder liegen bleibender Schnee) 500 g Gewicht erreicht haben, unbedingt im Freien lassen!!!!

 

 

Wie helfe ich den Igeln am Besten?

 

Insektenfreundlicher Garten

Das beste Futter findet ein Igel selbstständig in der Natur. Sorgen Sie für einen insektenfreundlichen und damit igelfreundlichen Garten mit vielen Blumen, Insektennisthilfen, Laub- und Totholzhaufen, ungemähte Wiesenstellen, Hecken, einem für Igel zugänglichen Komposthaufen und gefahrlos zugängliche Wasserstellen.

Futterstelle

Als Insektenfresser fressen Igel natürlicherweise Insekten, Maden, Würmer und zur Not auch Schnecken

Als Futter eignen sich deswegen zum Beispiel Katzendosenfutter, vermischt mit Igeltrockenfutter oder Haferflocken und/oder ungewürztes Rührei.
Zum Trinken nur Wasser anbieten, keinesfalls Milch!!!

 

Ungeeignet sind: Obst, Gemüse, Milchprodukte, Nüsse oder Babybrei

 

Das Futter sollte an einem trockenen Ort angeboten werden, der sowieso von Igeln regelmäßig besucht wird. Er muss auch hin und wieder gereinigt werden.

 

Überwinterungsquartiere

Zum Schutz vor Kälte und Nässe legen Sie eine isolierende Unterlage aus Holz o. ä. auf den Boden. Darüber errichten Sie einen Reisighaufen oder Laubhaufen ö. ä., den Sie zum Schutz vor Regen und Schnee mit etwas Plastik abdecken.

Auch gibt es Igelhäuser käuflich zu erwerben.

 

 

Wenn ein Igel WIRKLICH Hilfe braucht

 

Zuerst zum Tierarzt

Dort wird er ggf. medizinisch behandelt, die Parasiten (Zecken, Flöhe, Würmer) werden entfernt und man erhält dort auch fachkundigen Rat sowie eine Adresse/Telefonnummer für eine Igelauffangstation, sollte man den Igel nicht selbst pflegen können.

NUR zum Entwurmen oder Entlausen muss ein Igel nicht zum Arzt! Parasiten gehören zu einem Igelleben dazu. Sobald er wieder einen Regenwurm frisst, hat er erneut Würmer intus! Da ist ein Tierarztbesuch für den Igel viel stressiger!!

 

Igelpflege im Haus

Über Unterkunftsgröße, Schlafhaus, Überwinterungsmöglichkeiten, optimale Temperatur und weitere Igelpflegetipps erhält man bei Igelberatungsstellen oder im Internet.

Bevor man einen Igel zu sich nimmt, sollte man auch bedenken: Ein Igel stinkt und macht Arbeit. Das Gehege muss regelmäßig gereinigt werden.

Ein Igel kann in der Regel NICHT in einem Keller überwintert werden!

 

Das Ziel jeder Igelhilfe muss sein, die Tiere so bald wie möglich wieder in die Freiheit zu entlassen.

Denn Igel sind Wildtiere und sollen es auch bleiben!

 

 

Internetseiten zum Thema Igel ggf. auch mit Igel-Hotlines

            www.pro-igel.de

            www.igel-in-bayern.de